Kayah-Staat

Verborgene Schönheit im Staat der roten Karen

Der Kayah-Staat in Myanmar ist geprägt von einer Vielzahl regionaler Kulturen. Padaung, Karenni, Bre, Karen und viele andere Völker leben in geschäftigen Dorfgemeinschaften oder der Hauptstadt Loikaw. International bekannt sind wohl besonders die Padaung, deren Frauen mittels Metallringen den Anschein eines besonders langen Nackens erregen. Kayah liegt im Osten Myanmars und wird im Norden und Süden jeweils vom Shan-Staat und Kayin eingegrenzt. Zwar ist die thailändische Provinz Mae Hong Son ein östlicher Nachbar, jedoch ist ein schneller Trip über die Grenze von Thailand aus kaum möglich.

Die Schönheit von Kayah steht zwar theoretisch allen offen, jedoch sind Einreisegenehmigungen des Staates für die Region nur schwer zu bekommen. Wenn Sie jedoch gewillt sind, sich die atemberaubenden Taungwe Taung Zedi-Pagoden oder den mehrstöckigen Lawpita-Wasserfall nicht entgehen zu lassen, bringen Sie vor der Einreise etwas Zeit mit, um einen Passierschein zu erlangen.

Kayah-Staat in Myanmar
Kayah-Staat - Myanmar

Klima und beste Reisezeit

Trotz seiner Höhenlage sind auch die Temperaturen im Durchschnitt nicht niedrig. 29°C sind das Jahresmittel der subtropischen Region. Im April, wenn die Regenzeit langsam Einzug hält, erreicht das Thermometer um die 34°C. Ohne viel Wasser vom Himmel und bei recht angenehmen Temperaturen finden Sie den Kayah-Staat zwischen Ende November und Anfang April vor. Jedoch kann es in den Nächten recht kühl werden. Die niedrigsten Temperaturen liegen bei etwa 12°C. Ein Pullover im Gepäck sollte vor einer Bibberpartie schützen.

Von der Unabhängigkeit zur Isolation

Der Kayah-Staat wurde im 19. Jahrhundert aus drei kleineren Provinzen zusammengeführt und hieß zu diesem Zeitpunkt noch Karenni, nach einem der ansässigen Völker. Damals hatte Großbritannien das Heft in der Hand und regierte Britisch Birma, welches westlich Kayahs lag. Durch seine großen Vorkommen an Wolfram, welches in den Minen von Mawchi abgebaut wurde, hatte Karenni einen Sonderstatus. 1875 beschlossen die britischen Besatzer zusammen mit dem birmanischen König Mindon Min die Unabhängigkeit des heterogenen Staates. 1892 wurde neu verhandelt und die Karenni-Staat erhielten von da an eine gewisse Summe von Großbritannien und war nun tributspflichtig, jedoch nicht vollkommen untergeben.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg erlangte ganz Birma seine Unabhängigkeit, was aber auf Kosten Karennis gehen sollte. Der freie Staat sollte sich für zehn Jahre der Birmanischen Union anschließen. Bevor dieser Vertrag überhaupt unterzeichnet werden konnte, verlor der Karenni-Anführer U Bee Htu Re sein Leben weil er gegen die Union aufstand. Karenni wurde von der Regierung schnellstmöglich geeinigt und in Kayah umbenannt. Dies verhinderte jedoch nicht die blutigen Unruhen, die noch viele Jahre anhielten. Noch heute kämpft die 1957 gegründete Karenni Armee um die Abspaltung von Myanmar. Im Gegenzug zwang die Regierung einen Großteil der Bevölkerung zur Emigration, um der Karenni Armee ihre Legitimation und Unterstützung zu nehmen. Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Einwohnern und eine starke Eingrenzung der Einreiseerlaubnis für Ausländer halten den Kayah-Staat in fast völliger Isolation, wären nicht die Minen und das Lawpita-Elektrizitätswerk von so großer Wichtigkeit für die Regierung.

Loikaw - Die Hauptstadt im Kayah-Staat

Die Hauptstadt Kayahs liegt im Norden der Provinz und ist als einziger flacher Fleck der Region von den Bergketten der Karen-Hügel umgeben. Ganz in der Nähe fließt der Pilu durch das Land und speist mit seinen Wassermassen das größte Elektrizitätswerk Myanmars. Mit seinen drei Universitäten ist Loikaw das akademische Zentrum des sonst mangelhaft mit Schulen ausgestatteten Staates. Aufgrund der schwierigen Einreise ist die Stadt mit ihrem Flughafen das erste Ziel, das Sie in Kayah erreichen können. Teilweise bleibt es auch dabei, je nachdem, wie die politische Lage sich zur Zeit Ihres Besuchs gestaltet. Die einst reichen Baumbestände der Umgebung sind durch von der Regierung geduldete illegale Abholzung von Edelhölzern stark geschrumpft. Darunter leidet auch die verarbeitende Industrie der Stadt. Trotz dessen findet man im Umkreis der Stadt noch einige Stellen mit historischem Wert und traumhaften Ausblicken.

Taungwe Taung Zedi-Pagoden

Zwei hohe Felsen, dazwischen eine tiefe Schlucht, sind verbunden durch eine abenteuerlich anmutende Hängebrücke. Auf der Spitze ragen die Taungwe Taung Zedi-Pagoden heraus als wären Sie direkt aus dem Stein erwachsen. Eine weiß getünchte Treppe mit schier unendlichen Stufen führt hinauf zum Eingang des Tempels. Die Pilger werden auf ihrem Weg nach oben von den in der Sonne glänzenden Spitzen der Stupas in goldenes Licht getaucht. Unter einem Baum im Hof finden sie einen Rastplatz nach dem Aufstieg. Von der Brücke aus haben Sie einen weiten Blick auf das nahe Loikaw und die Berge der entfernten Karen-Kette.

Der Stolz der Nation

Wenn Sie nach Kayah reisen, wird jegliches Reisepaket im Angebot ganz sicher auch das Elektrizitätswerk umfassen. Immerhin werden hier 20 Prozent des gesamten Stroms des Landes produziert. Die Zunehmende Eindämmung des Pilu ist ein Zeugnis dessen, wie die Regierung mit den Naturschätzen ihres Landes umgeht. Der siebenstöckige Lawpita-Wasserfall ist im unteren Bereich meist durch vor sich gehende Bauarbeiten verschmutzt, die umliegende Natur ist weggebaggert. Im oberen Bereich jedoch können Sie noch einen Rest seiner einstigen Schönheit bestaunen.

Dorfleben

Karen
Karen

Ein Highlight Ihres Besuchs im Kayah ist sicher das Kayah-Staat-Festival, bei dem die verschiedenen Kulturen der Provinz gefeiert werden. Bunte Trachten und ausgefallene Tänze werden immer am 15. Januar vorgeführt. Die verschiedenen Dorfgemeinschaften geben außerdem einen Einblick in ihre traditionelle Küche und Lebensweise. Wenn Sie Glück haben, können Sie außerdem an einem Ausflug in ein Padaung-Dorf teilnehmen, welches bekannt ist für die Mode, den Hals durch Metallringe länger erscheinen zu lassen.


Anreise

Die Einreisebedingungen nach Kayah sind als sehr schwierig einzustufen. Ihre wahrscheinlich einzige Möglichkeit ist ein Flug von Yangon nach Loikaw. Dieser kann aber nur erfolgen, wenn Sie die nötige Genehmigung haben. Meist umfasst dieser ein etwas kostspieliges, vom Staat sanktioniertes, Reisepaket.

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Myanmar Karte
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