Chin Staat

Der Chin Staat gehört zu den abgelegenen und wenig entwickelten Regionen Myanmars. Er befindet sich im Westen des Landes an der Grenze zu Indien und Bangladesch.

Für touristische Reisen ist der Chin Staat kaum erschlossen. Man braucht sogar eine Sondergenehmigung, um diesen Teil Myanmars zu besuchen. Dennoch gibt es einige Sehenswürdigkeiten in dem sehr gebirgigen Gebiet. In den Bergen hier lebt das Volk der Chin, das seine ganz eigene Kultur hat. 

Chin Staat Myanmar
Chin Staat

Die vergessene Welt eines vergessenen Volkes

In vielen Reiseführern werden die Menschen vom Volk der Chin als ein vergessenes Volk bezeichnet. die Bewohner des Chin Staates scheinen tatsächlich nicht viel von den vermeintlichen Errungenschaften der modernen Zivilisation mitbekommen zu haben. Sie leben in ihren sehr traditionellen kleinen Dörfern zwischen den teils über 3000 Meter hohen Bergen. Viele dieser Dörfer sind nur mühsam nach einer tagelangen Wanderung zu erreichen. Erst seit wenigen Jahren dürfen Touristen überhaupt den Chin Staat bereisen. Der Grenzübergang zwischen Indien und dem Chin Staat ist noch immer für Touristen gesperrt und man muss in Myanmar eine Sondergenehmigung für die Einreise in die Berge des Chin Staates beantragen. 

 

Das Volk der Chin unterscheidet sich stark von den anderen Völkern in Myanmar. Der wohl größte Unterschied liegt in der Religion, denn die Chin sind zu etwa zwei Dritteln Christen, was in dem ansonsten buddhistischen Land nicht immer auf Verständnis stößt. Da die Chin jedoch recht zurückgezogen in ihren Bergen leben, gibt es heute nur wenige Konflikte. Dass es sich bei den Chin um Christen handelt, erkennt man an den Friedhöfen, die jedes Dorf hat. Eine wichtige Tradition bei denChin sind ihre Tätowierungen. Einst war es so, dass die Frauen der Chin ihre Gesichter tätowieren ließen, um in den Augen der Feinde als hässlich zu gelten und so nicht als Sklavinnen entführt zu werden. Frauen mit traditionellen Tätowierungen im Gesicht sieht man überall im Chin Staat, aber es sind vornehmlich ältere Damen. Am Stil ihrer Tattoos kann man erkennen zu welchem Clan sie gehören. Die jungen Frauen sind nur noch in den wirklich abgelegenen Dörfern auf traditionelle Weise tätowiert. 

Die Chin feiern ihr Neujahr bei zunehmendem Mond im Mai. Ein besonderer Tanz wird aufgeführt, der das alte Jahr verabschieden und das neue willkommen heißen soll. Den Tanz, der Sa Lan genannt wird, führen immer junge Frauen aus dem Dorf auf. 

 

Die Chin leben weitestgehend in Armut und alles, was sie haben ist das, was der karge Gebirgsboden gedeihen lässt. Sie bauen an fast unzugänglichen Stellen Trockenreis und Hirse an und sind Meister darin, der rauen Natur etwas Essbares zu entlocken. Der Staat scheint den Menschen in diesem Teil des Landes kaum Hilfestellung zu leisten, was wohl auch mit derReligionsfrage zu tun hat. Die etwa eine halbe Million Chin wurden in ihrer Bergregion offenbar von allen anderen einfach vergessen. Nur sehr wenige Touristen verirren sich in den Chin Staat. Er ist für alle diejenigen interessant, die eine Gegend und eine Volksgruppe erleben wollen, die wirklich noch kaum von der Zivilisation beeinflusst wurde. Das Naturerlebnis ist einmalig. Natürlich muss man für eine Reise in den Chin Staat auf einigen Komfort verzichten. 

Sehenswürdigkeiten im Chin Staat

  • Mount Victoria

Zu den Sehenswürdigkeiten im Chin Staat gehört allen voran der Mount Victoria. Dieser Berg und der gleichnamige Nationalpark tragen auch den Namen Nat Ma Taung und stehen seit 1994 unter Naturschutz. Das Gebiet des Nationalparks ist etwa 720 Quadratkilometer groß und liegt zwischen den Städten Matupi, Kanpetlet und Mindat. Die Landschaft ist geprägt von grünen Hügeln, feuchten Laubwäldern und immergrünen Pinienwäldern. Dazwischen findet sich auch eine ArtSavannenlandschaft, die auch recht hügelig ist. Die Wanderwege zum Mount Victoria sind nicht beschildert, man sollte also einen ortskundigen Führer mitnehmen. In den Wäldern des Nationalparks leben mehr als 150 verschiedene Vogelarten. Viele von ihnen sind endemisch, so zum Beispiel der Weißstirnkleiber, den es nur hier gibt. 

  • Rih Dil, der Reh Lake

Der Reh Lake gilt ebenfalls als Sehenswürdigkeit. Dieses herzförmige Gewässer ist ein beliebtes Fotomotiv, weil es malerisch in den Hügeln gelegen ist und eben diese besondere Form hat. Im Glauben der Chin spielt der See eine besondere Rolle und zu besonderen Feiertagen kommen zahlreiche Chin, die in Indien leben über die Grenze, um hier zu beten. Die Menschen glauben daran, dass der See alle ihre Gebete erhört und beantwortet. Die kleine Stadt Reh Khaw Da ist eine geschäftige Grenzstadt, die hauptsächlich wegen des nahe gelegenen Sees von Bedeutung ist. 

  • Die Stadt Hakha

Obwohl Hakha die Hauptstadt des Chin Staates und damit einer der 15 Provinzen von Myanmar ist, handelt es sich um eine kleine und unbedeutende Stadt. Genau wie der gesamte Chin Staat ist Hakha wenig entwickelt und seine Gebäude sind einfach und unspektakulär. Entlang der staubigen Straßen stehen Häuser aus einfachen Holzlatten. Nur die Kirchen heben sich ein wenig von der Wohnbebauung ab. Das auf 1800 Höhenmetern gelegene Hakha hat aber trotzdem seinen Charme. Zwischen den malerischen Bergen gelegen, erweckt die Stadt den Eindruck, man befände sich in einer asiatischen Form von Wildem Westen. Das Vumtu Maung Stadion ist eines der größeren Bauwerke in der Stadt und wenn hier eine Veranstaltung stattfindet, ist die ganze Stadt auf den Beinen. An Sonntagen tragen vor allem die Frauen auf dem Weg zur Kirche besonders schöne traditionelle Kleider. Die Mode der Chin ist sehr farbenfroh und ihr Schmuck oft sehr ausgefallen. 

Anreise, Reisezeit, Wetter und Sicherheit im Chin Staat

Die einfachste und übliche Art, um in die bergige Region des Chin Staates zu reisen ist ein Auto, am besten ein Allradfahrzeug. Die kurvenreichen Straßen, die in die Bergdörfer und auch in die Stadt Hakha führen, sind weitestgehend schlecht ausgebaut oder könnten eine Renovierung vertragen. Vor allem in der Regenzeit kommt es nicht selten vor, dass Straßen für mehrere Tage nicht passierbar sind, weil ein Erdrutsch niedergegangen ist und die Strecke in mühsamer Kleinarbeit wieder freigeräumt werden muss. Die Städte Mindet und Kanpetlet, von wo aus man Wanderungen zum Mount Victoria unternehmen kann, sind von Zentralmyanmar aus zu erreichen. Entweder legt man einen großen Teil der Strecke mit dem Boot auf dem Ayeyarwaddy Fluss zurück und begibt sich dann auf die Straße nach Mindet oder man legt den ganzen Weg im Auto zurück. Eine andere Route führt von Bagan aus nach Kanpetlet. Für die insgesamt 156 Kilometer braucht man einen ganzen Tag. Von Mrauk U aus werden Tagesausflüge in die südlichen Chin-Dörfer angeboten. Die Anreise von Yangon aus dauert alles in allem ganze drei Tage. Egal für welchen Ausflug oder für welche Anreiseroute man sich entscheidet: Die Beantragung einer Sondergenehmigung ist erforderlich. Diese kann über eine Reiseagentur beantragt werden.

 

Die beste Reisezeit in Myanmar, um in den Chin Staat zu fahren, ist von November bis April, weil es dann nicht regnet. In den Bergen kann es nachts recht kühl werden, was hauptsächlich mit der Höhenlage zu tun hat. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind ein Muss.

 

Die Sicherheitslage im Chin Staat ist recht gut, seit das Waffenstillstandsabkommen mit der Regierung von Myanmar geschlossen wurde. Auf jeden Fall sollte man sich mit allem Nötigen versorgen, bevor man die Reise antritt, denn es gibt imChin Staat nur eine unzureichende Versorgung. Auch eine Taschenlampe, ein Taschenmesser, Vorräte und andere Utensilien gehören ins Gepäck, denn die Strom- und Wasserversorgung ist nicht überall gegeben. In Mindet und Kanpetlet gibt es ein paar einfach ausgestattete Unterkünfte.

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Myanmar Karte
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